Gleichbehandlungs-
gebot und Diskriminierungs-
verbot im Studium – Anlaufstellen und Besonderheiten

Werden Menschen aufgrund bestimmter Merkmale benachteiligt, spricht man von Diskriminierung. Zu diesen Merkmalen zählen: Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe, Religion oder Weltanschauung, Alter, sexuelle Orientierung.

Auch Belästigungen aufgrund dieser Merkmale stellen eine Form der Diskriminierung dar.

Verstöße gegen das Gleichbehandlungsgebot können auch im Studienbetrieb/während des Studiums vorkommen. Es ist wichtig sich über die eigenen Rechte und Möglichkeiten informieren zu können und bei selbst erfahrenen oder beobachteten Diskriminierungen zu wissen, an wen man sich wenden kann. Je nach Hochschulsektor kommen unterschiedliche Anlaufstellen in Frage.

Studierende an öffentlichen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen

Die relevante rechtliche Grundlage für Studierende an öffentlichen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen ist das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GlBG).

An jeder öffentlichen Universität und Pädagogischen Hochschule in Österreich ist ein Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG) eingerichtet. Die Aufgaben der AKG sind Diskriminierungen durch Organe der Universität/Pädagogischen Hochschule entgegenzuwirken und Angehörige der Universität/Pädagogischen Hochschule in diesen Angelegenheiten zu beraten und zu unterstützen.

Eine zentrale Anlaufstelle bei Fragen und Beratungsbedarf zum Gleichbehandlungsgebot stellen daher die Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen dar.

Studierende an Fachhochschulen und Privathochschulen/Privatuniversitäten

Im Fall von Fachhochschulen und Privathochschulen/Privatuniversitäten besteht zwischen Studierenden und hochschulischer Bildungseinrichtung ein privatrechtlicher Vertrag. Die relevante rechtliche Grundlage stellt daher das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) dar.

Studierende an Fachhochschulen und Privathochschulen/Privatuniversitäten können sich für niederschwellige Beratung und Unterstützung an die Gleichbehandlungsanwaltschaft wenden. Die Beratung der Gleichbehandlungsanwaltschaft ist kostenlos und vertraulich. Sollte es zu Verfahren bei der Gleichbehandlungskommission kommen, kann die Gleichbehandlungsanwaltschaft betroffene bei diesen begleiten.

Diskriminierung aufgrund von Behinderung(en)

Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Behinderung(en) bietet das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG). Die Behindertenanwaltschaft berät und unterstützt Menschen mit Behinderung, wenn sie von Diskriminierung betroffen sind. Zudem sind an einigen Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen und Privathochschulen/Privatuniversitäten Beratungseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen eingerichtet.

Auf einen Blick

Anlaufstelle an öffentlichen Universitäten/Pädagogischen Hochschulen: Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen

Anlaufstelle an Fachhochschulen sowie Privathochschulen/Privatuniversitäten: Gleichbehandlungsanwaltschaft

Anlaufstelle bei Diskriminierung aufgrund von Behinderung(en): Behindertenanwaltschaft

Weitere Anlaufstellen

An vielen Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen sowie Privathochschulen/Privatuniversitäten sind weitere Beratungsstellen für Betroffene von Diskriminierung eingerichtet.

Auch die Österreichische Hochschüler_innenschaft bietet ebenfalls Beratung und Unterstützung an.

Weitere außeruniversitäre Beratungsstellen stellen beispielsweise die folgenden dar:

Antidiskriminierungsstellen der Bundesländer

Hotline gegen Diskriminierung und Intoleranz

Ninlil – Verein wider die sexuelle Gewalt gegen Frauen mit Lernschwierigkeiten oder Mehrfachbehinderung

Ombudsstelle für Studierende

Psychologische Studierendenberatung

ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit